Schädlingsbekämpfung ist ein immerwährendes Problem in Bibliotheken und Archiven. Silberfischchen, Papierfischchen und andere Übeltäter laben sich an den Beständen und richten dabei beträchtliche Schäden an.
Da die Schädlingsbekämpfung nicht als explizite Aufgabe im OAIS-Referenzmodell aufgeführt ist, haben einige digitale Langzeitarchive hier bisher deutliche Defizite. Inzwischen spüren aber auch diese Einrichtungen immer deutlicher, dass die Schädlingsbekämpfung nicht vernachlässigt werden darf.
Angelockt von umfangreichen digitalen Beständen nisten sich Bitfischchen und Käfer (in der Fachsprache "Bugs" genannt) in Kabelhaufen ein und vermehren sich dort ungestört. Das Nahrungsangebot durch den reichlich vorhandenen Kabelsalat ist gut, und so wachsen die Populationen schnell an. Reste von Junk sowie Binärmüll-Krümel verschärfen das Problem zusätzlich.
Nicht nur die Anzahl der Fischchen, sondern auch ihre lange Lebensdauer ist ein Problem. Viele von Ihnen werden acht bis zehn Jahre alt, Microfichechen sogar noch deutlich älter.
Im moderigen Milieu vieler digitaler Archive fühlen sich auch Magnetbandwürmer wohl, die sich vor allem an den Daten auf WORM-Tapes laben. Daten, die nicht von den kleinen Plagegeistern zerstört werden, zerfallen in der fauligen Umgebung durch den Bitrot zu unlesbarem Datenkompost, der die Datenleitungen verstopft und so die Verarbeitung stört.
Eine gute Seite hat die neue Plage allerdings: findige Informatiker haben herausgefunden, dass Bitfischchen hervorragend zur Herstellung von Bitfett geeignet sind. Sie nutzen es, um Leitungsverbindungen zu schmieren und so die Reibung bei der Datenübertragung zu reduzieren, was wiederum positiv auf den Durchsatz auswirkt.
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Montag, 1. April 2019
Donnerstag, 30. März 2017
Nestor - DIN - Workshop "Digitale Langzeitarchivierung", Nachlese
Gestern fand in den Räumen des DIN e.V. ein Workshop des Kompetenznetzwerkes digitale Langzeitarchivierung nestor und der DIN statt. Dies soll nur eine kleine Zusammenfassung für die Zuhausegebliebenen sein und erhebt keinen Anspruch auf ein objektives oder gar vollständiges Protokoll :)
Falls Fehler vorliegen bitten wir um eine Email mit Korrekturhinweisen ;)
Im Kern ging es im Workshop um die Frage, welchen Standard wollen wir in der digitalen Langzeitarchivierung in den nächsten 5-8 Jahren haben und wie kommen wir dahin?
Mit dieser Frage startete Prof. Keitel den Workshop und skizzierte nachfolgend die Ausgangslage von 2005.
Aktuell ergänzen praktische Erfahrungen diese frühen theorethischen Überlegungen. Die Frage ist daher, ob es Bereiche gibt, wo sich die Ausgangsthesen mittlerweile überholt haben?
Es gilt, so Prof. Keitel,
Ob man für Normungsarbeit geeignet sei, läßt sich launisch an folgenden Kriterien festmachen (Zitat):
Olaf Drümmer von der callas software GmbH skizzierte einführend die Geschichte von PDF und wies auf die neue Version 2 hin:
Verbreitung von PDF Dokumenten:
Prof. Keitel skizzierte kurz die Arbeit von nestor:
Vertrauenswürdige Archive
Dr. Sina Westphal und Dr. Sebastian Gleixner (Dt. Bundesarchiv) regten in einem Impulsvortrag die Normierung des Ingestvorgangs und der SIPs an.
Zwei Teilbereiche:
Fragen:
Im Anschluss erfolgte eine Diskussion über Abgrenzung und konkrete Austauschverfahren mit ff. Ergebnis:
In diesem Impulsvortrag von Alfred Werner, HUK Coburg wurde die Problematik der Langzeitarchivierung von Videos skizziert.
Problem: unterschiedlichste Formate, Tendenz steigend, es wird nicht besser (3D, HDR, 4k, 2 Objektive, Spezialsensoren)
mögliche Lösung: Konvertierung in ein Langzeitarchivformat für Videos
Anforderungen:
dann noch Funktionen für Sachbearbeiter, wie:
Zoomen, Sprungmarken setzen, Extrahieren Einzelbilder, Schwärzen, Szenen extrahieren.
In der anschliessenden Diskussion wurde das Problem deutlich, dass man sich im Spannungsfeld zwischen Robustheit und originalgetreuer Wiedergabe einerseits und Ressourcenbedarf (Speicher, Bandbreite, Processingzeit) andererseits befindet.
Anmerkung: Dazu wurde auf der nestor-ML ein ergänzender Beitrag verfasst.
Auch hier hielt Prof. Keitel ein Impulsreferat. Ich hoffe, ich kann den Inhalt korrekt wiedergeben:
Unterschied Data Curation zu Langzeitarchivierung nach OAIS: wir reden nicht mehr von Einrichtungen/Organisationen, sondern von Techniken. D.h., fehlen der organisatorischen Verantwortung.
OAIS goes Records Managment, dh. wie kann man Anforderungen der digitalen LZA an Produzenten bringen (durch digital curation), AIP liegt quasi beim Produzenten.
Wie harmonieren die von OAIS/PREMIS genannten Erhaltungsfunktionen mit den Rgelungen des Records Managment? Welche Elemente/Gruppen müssen wir aus Erhaltungsgründen unterscheiden?
Keitel: "Wir gingen bisher immer von einem Kümmerer aus, der Dinge auf Dauer bewahrt. Digital Curation setzt vorher beim Producer an"
Aus unserer Sicht sollte der Ingest versucht werden besser zu standardisieren. Nur so wäre es möglich, dass man Produzenten Werkzeuge in die Hand geben kann, die nicht archivspezifisch sind. Der Weg dorthin ist steil, zumal allein schon die Wege die Archive und Bibliotheken einschlagen sehr unterschiedlich sind.
PDF ist und bleibt leider ein Minenfeld. Weder wurden mit PDF2 bestehende Ambiguitäten ausgeräumt, noch vereinfacht sich der Standard. Besonders nachteilich dürfte sich die fehlende offizielle Validierung erweisen. Hinzukommt dass der Formatzoo rund um PDF weiter anwächst und Mischformen von Dokumenten möglich sind, d.h. ein PDF kann sowohl PDF/E als auch PDF/A sein.
Der Bedarf nach langzeittauglichen Videoformaten ist vorhanden. Eine Normierung könnte helfen, die Unterstützung durch Hersteller zu forcieren. Am Thema Video wurde deutlich, dass die digitale Langzeitarchivierung Kosten verursacht, die nicht leicht zu vermitteln sind. Datenkompression, insbesondere die verlustbehaftete führt zu einem höheren Schadensrisiko bei Bitfehlern. Die Diskussion über das Spannungsfeld Robustheit/Qualität vs. Kosten muss in der Community geführt werden, ist aber außerhalb von Normungsbemühungen anzusiedeln.
Data Curation ist eine Aktie für sich. Es gibt Lücken, die entstehen, wenn Dokumente Lebenszyklen von mehreren Jahrzehnten aufweisen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass dies ebenfalls unter Langzeitverfügbarkeit subsummiert werden kann, da wir in der Langzeitarchivierung ja die Dokumente auf unbestimmte Zeiten nutzbar halten wollen. Data Curation scheint mir demnach nichts anderes als der Sonderfall zu sein, als das Produzent und Archiv als Rolle zusammenfallen.
Falls Fehler vorliegen bitten wir um eine Email mit Korrekturhinweisen ;)
Arbeiten des NID 15 Ausschuß
Im Kern ging es im Workshop um die Frage, welchen Standard wollen wir in der digitalen Langzeitarchivierung in den nächsten 5-8 Jahren haben und wie kommen wir dahin?
Mit dieser Frage startete Prof. Keitel den Workshop und skizzierte nachfolgend die Ausgangslage von 2005.
- abstraktes Thema "digitale Archivierung"
- DIN 31646/31644/31645 aus Nestor "Dunstkreis"
- DIN 31647 "Beweiserhaltung kryptograf. signierter Dokumente"
- Rücklauf, ob Norm in Praxis verwendet werden ist schwierig zu erkennen
- beziehen sich auf OAIS (ISO14721)
- zeigen, ob man sich noch im Rahmen der digitalen LZA bewegt.
Aktuell ergänzen praktische Erfahrungen diese frühen theorethischen Überlegungen. Die Frage ist daher, ob es Bereiche gibt, wo sich die Ausgangsthesen mittlerweile überholt haben?
Es gilt, so Prof. Keitel,
- Schwerpunkte, die sich zur Standardisierung eignen, herauszukristallisieren
- Mitarbeitern zu finden, die sich in der Normierungsarbeit in den neuen Feldern einbringen wollen
Ob man für Normungsarbeit geeignet sei, läßt sich launisch an folgenden Kriterien festmachen (Zitat):
- Lange auf Stuhl sitzen
- Verbessere gern Geschriebenes anderer Leute
- bei genauen terminologischen Definitionen verstehe ich keinen Spaß und mache keine Kompromisse
- ich lese gerne Dokumente mit Titelen, wie...
PDF Standardisierung
Olaf Drümmer von der callas software GmbH skizzierte einführend die Geschichte von PDF und wies auf die neue Version 2 hin:
- 1993-2006 Adobe PDF 1.0 -> 1.7
- 2008 ISO: PDF 1.7 als ISO 32000-1
- 2017 ISO: PDF 2.0 als ISO 32000-2 (im nächsten Quartal, >1000 Seiten)
- neue kryptografische Verfahren
- tagging überarbeitet
- Problemfeld im Normungsprozess waren Farben
- Namespaces wurden eingeführt, zB. um Tags aus HTML 5 einbinden
- 2001 PDF/X Übermittlung von Druckvorlagen
- 2005 PDF/A Archivierung, ISO Reihe 19005
- entstanden aus Notwendigkeiten der US Courts, Library of Congress
- 2008 PDF/E ISO 24517, Engineering (CAD), noch nicht stark verbreitet, Ende des Jahres auch 3D Modelle
- 2010 PDF/VT ISO 16612-2 + PDF/VCR ISO 16612-3, variabler Datendruck (großvolumige Rechnungen, Serienbriefe)
- 2012 PDF/UA ISO 14289 Reihe, Barrierefreiheit
Verbreitung von PDF Dokumenten:
- Anzahl PDF Dokumente weltweit, mind. Billionen (10¹²), davon 6 Millionen allein beim US Court
- Lebenserwartungen pro PDF: Stunden bis Jahre
- PDF/X, 8 Normteile, insgesamt 12 Konformitätsstufe
- PDF/A Normenreihe, 3 Normteile, insgesamt 8 Konformitätsstufen
- Unübersichtlich, mangelnde Trennschärfe?
- Flexibilität bzw. Mächtigkeit
- offener Charakter
- breite Abdeckung
- PDF2.0 weitgehend rückwärtskompatibel, keine Validierung bei Veröffentlichungen vorgesehen
- Projekt "Camelot2" soll klassische PDF-Dokumentenwelt und Open Web Platform zusammenbringen, mehr Infos zu PDF Days Europe 2017, Berlin, 15.-16. Mai 2017
- PDF/A4 als Ziel: keine Konformitätsstufen
- PDF/E erlaubt interaktive Elemente (JS), PDF/E-2 soll eher eine Archivausprägung weniger eine Arbeitsdokumentausprägung bekommen
- XMP kann im PDF an *allen* Stellen angebracht werden, so dass man darin auch Quellen oder zB. UUIDs dafür hinterlegen kann
- PDFA/3 kann auch alternative Verknüpfung zum Inhalt beliebiger Dateien hinterlegen, Problem: nicht verpflichtend und muss über Policy geregelt werden
nestor
Prof. Keitel skizzierte kurz die Arbeit von nestor:
- …ist auf jeden Fall Kooperationsnetzwerk
- stellt AGs vor
Vertrauenswürdige Archive
- * 2004-2008 Nestor Kriterienkatalog
- * 2008-2012 DIN31644
- * 2013-… nestor Siegel
Submission Information Packages - Überarbeitung der Ingest-Standards
Dr. Sina Westphal und Dr. Sebastian Gleixner (Dt. Bundesarchiv) regten in einem Impulsvortrag die Normierung des Ingestvorgangs und der SIPs an.
- Bundesarchiv 4PB/Jahr Zuwachs
- Anreiz zur allmählichen Angleichung der Systeme
- vereinheitlichte Metadaten
- verbesserter Datenaustausch
- vereinheitlichte Schnittstellen
- Vereinheitlichung bestehender SIPs (ggf. auch AIPs/DIPs)
- Vereinheitlichung bestehender digitaler Archivsysteme
Zwei Teilbereiche:
- Standardisierung des SIP (konkret)
- Struktur
- Metadaten
- Primärdaten
- vgl. E-ARK, e-CH, EMEA
- Standardisierung des Ingest-Prozesses (abstrakt)
- Verbindung zum Erschliessungstool
- Validierung
- Ingest
- Umgang mit Primärdaten
Fragen:
- Vereinheitlichung möglich?
- Ist Standardisierung AIPs/DIPs und der damit verbundenen Prozesse notwendig?
Im Anschluss erfolgte eine Diskussion über Abgrenzung und konkrete Austauschverfahren mit ff. Ergebnis:
- Trend geht hin zu abstrakter Modulbeschreibung
- konzeptioneller Rahmen erwünscht
- Festlegung welche Module verpflichtend, welche optional sind
- empfohlener Einstiegspunkt für Automatisierung
Videoarchivierung als neue Herausforderung, Langzeiterhaltung audiovisueller Medien jenseits von Film- und Fernsehen
In diesem Impulsvortrag von Alfred Werner, HUK Coburg wurde die Problematik der Langzeitarchivierung von Videos skizziert.
- Bandbreite Außenstelle 5-15MBit/s
- wandeln in Multipage-TIFF monochrom (kleine Dateien) und in JPG um,
- Videos erwünscht,
- 2011 5 Videos/Tag
- 2016 20 Videos/Tag (im Gegensatz zu 10.000 Schadensfälle pro Tag)
- 2021 100?/1000? Videos/Tag
- Dashcam-Videos seit diesem Jahr erlaubt
Problem: unterschiedlichste Formate, Tendenz steigend, es wird nicht besser (3D, HDR, 4k, 2 Objektive, Spezialsensoren)
mögliche Lösung: Konvertierung in ein Langzeitarchivformat für Videos
Anforderungen:
- Standard für die nächsten 50 Jahre
- Lizenzfrei
- bestmögliche Qualität
- geringer Speicherplatz
- gute Antwortzeiten auch bei geringer Bandbreite
dann noch Funktionen für Sachbearbeiter, wie:
Zoomen, Sprungmarken setzen, Extrahieren Einzelbilder, Schwärzen, Szenen extrahieren.
In der anschliessenden Diskussion wurde das Problem deutlich, dass man sich im Spannungsfeld zwischen Robustheit und originalgetreuer Wiedergabe einerseits und Ressourcenbedarf (Speicher, Bandbreite, Processingzeit) andererseits befindet.
Anmerkung: Dazu wurde auf der nestor-ML ein ergänzender Beitrag verfasst.
Digital Curation
Auch hier hielt Prof. Keitel ein Impulsreferat. Ich hoffe, ich kann den Inhalt korrekt wiedergeben:
Unterschied Data Curation zu Langzeitarchivierung nach OAIS: wir reden nicht mehr von Einrichtungen/Organisationen, sondern von Techniken. D.h., fehlen der organisatorischen Verantwortung.
OAIS goes Records Managment, dh. wie kann man Anforderungen der digitalen LZA an Produzenten bringen (durch digital curation), AIP liegt quasi beim Produzenten.
Wie harmonieren die von OAIS/PREMIS genannten Erhaltungsfunktionen mit den Rgelungen des Records Managment? Welche Elemente/Gruppen müssen wir aus Erhaltungsgründen unterscheiden?
Keitel: "Wir gingen bisher immer von einem Kümmerer aus, der Dinge auf Dauer bewahrt. Digital Curation setzt vorher beim Producer an"
Zusammenfassung
Aus unserer Sicht sollte der Ingest versucht werden besser zu standardisieren. Nur so wäre es möglich, dass man Produzenten Werkzeuge in die Hand geben kann, die nicht archivspezifisch sind. Der Weg dorthin ist steil, zumal allein schon die Wege die Archive und Bibliotheken einschlagen sehr unterschiedlich sind.
PDF ist und bleibt leider ein Minenfeld. Weder wurden mit PDF2 bestehende Ambiguitäten ausgeräumt, noch vereinfacht sich der Standard. Besonders nachteilich dürfte sich die fehlende offizielle Validierung erweisen. Hinzukommt dass der Formatzoo rund um PDF weiter anwächst und Mischformen von Dokumenten möglich sind, d.h. ein PDF kann sowohl PDF/E als auch PDF/A sein.
Der Bedarf nach langzeittauglichen Videoformaten ist vorhanden. Eine Normierung könnte helfen, die Unterstützung durch Hersteller zu forcieren. Am Thema Video wurde deutlich, dass die digitale Langzeitarchivierung Kosten verursacht, die nicht leicht zu vermitteln sind. Datenkompression, insbesondere die verlustbehaftete führt zu einem höheren Schadensrisiko bei Bitfehlern. Die Diskussion über das Spannungsfeld Robustheit/Qualität vs. Kosten muss in der Community geführt werden, ist aber außerhalb von Normungsbemühungen anzusiedeln.
Data Curation ist eine Aktie für sich. Es gibt Lücken, die entstehen, wenn Dokumente Lebenszyklen von mehreren Jahrzehnten aufweisen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass dies ebenfalls unter Langzeitverfügbarkeit subsummiert werden kann, da wir in der Langzeitarchivierung ja die Dokumente auf unbestimmte Zeiten nutzbar halten wollen. Data Curation scheint mir demnach nichts anderes als der Sonderfall zu sein, als das Produzent und Archiv als Rolle zusammenfallen.
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Dienstag, 7. Juni 2016
Validating TIFFs with embedded color profiles
About ICC profile validation
In the last days we enhanced our baseline TIFF conformance checking tool "checkit_tiff" with support to validate TIFFs containing embedded ICC profiles.
There are two specifications of ICC profiles. The first and older one is from the year 2001 and available at http://www.color.org/ICC_Minor_Revision_for_Web.pdf. The second one (and current version) is http://www.color.org/specification/ICC1v43_2010-12.pdf.
The ICC profile standards are very complex and do not really fit in the design of the checkit_tiff configuration files, so we decided to check only the headers of the embedded ICC profiles for now.
Because the differences between the headers of both standards are very marginal at first sight, this could be simple enough to additionally implement it in checkit_tiff.
For more detailed checks we would need a plugin system to delegate validation of embedded standards (as ICC, XMP and so on) to more highly specialized validators.
Ooops, our tool finds more broken TIFFs again
To test the validation, we ran checkit_tiff against some old tiffs from our digitization collection. As you can see in the following picture, the checkit_tiff tool detects a discrepancy between the size of the embedded ICC-profile as reported in TIFF-tag (34675) and the size reported by the ICC profile itself:
After some analysis we made an interesting observation. The given TIFF reports a size of 13691 bytes (in hex: 0x357b), but the ICC itself (tag "profile size") reports a size of 669051 bytes (in hex: 0xa357b). We thought we had a bug in our TIFF tag or ICC header decoding, but other tools (exiftool or tiffdump) also reported this difference.
As we saw in previous TIFFs, some TIFF implementations are wrong and often some information were missing because of off-by-one errors. In this case, it seems that the software "Omniscan 12.8 Build2476" does not correctly fill the Tiff-tag 34675 for ICC-profile, leaving out the most significant byte (here: '0xa').
We need your help
Anyway. Writing a conformance checker is a tough job and sometimes we introduce bugs in this kind of software as well. Therefore, please have a look at the code of checkit_tiff, test it and send us bug reports if you find any bugs.
The code can be found on https://github.com/SLUB-digitalpreservation/checkit_tiff.
Here are some open questions about ICC profiles that we have encountered:
- We found some TIFFs which reported ICC version 4.2.0, but on http://www.color.org we only found versions 4.3.0 and 2.4.0. Could you help us to find out the differences in the headers for the different versions?
- The meaning of the field "preferred CMM type" is unclear. We assume that the list of allowed strings is part of the document http://www.color.org/registry/signature/TagRegistry-2016-05.pdf. But we have also found a TIFF where the string 'Lino' is set for this ICC header field. Are we interpreting the document in a wrong way, or has the tag been set to an incorrect value?
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Sonntag, 31. Mai 2015
Digital(isiert)e Dokumente sind lebende Daten – Nachlese zum 104. Bibliothekartag
| Quelle: openclipart, public domain |
Digital ist anders
Auf dem Bibliothekartag in Nürnberg blieb mir ein Vortrag besonders im Gedächtnis, da er den Finger in die Wunde legte. Klaus Kempf von der Bayrischen Staatsbibliothek München stellte in seinem Vortrag "Data Curation oder (Retro)Digitalisierung ist mehr als die Produktion von Daten" die berechtigte Frage "Jetzt haben wir alles digitalisiert – und dann?".
Der Unterschied zwischen alten Büchern, die in den Regalen von Bibliotheken die Zeiten verschlummern und digital(isiert)en Dokumenten zeigt sich in zwei wesentlichen Punkten:
- digitale Objekte verschwinden schnell und dann vollständig, während Bücher nur ganz, ganz langsam zu Staub zerfallen
- digitale Objekte erlauben einen unvorstellbaren Mehrwert durch ihre digitale und damit verknüpfbare und reinterpretierbare Identität
Digital ist billiger
Durch die Loslösung des Inhalts vom Medium können Bücher in völlig neue Kontexte gesetzt werden. Wurde im ersten Schritt das Buch digitalisiert, sprich als Bilddatei zugänglich gemacht, so erreichte man eine Schonung des Originals durch die beliebig oft und in unveränderter Qualität ermöglichte digitale Kopie.
Auch wenn die Digitalisierung und die damit verbundenen Aufwände der sicheren Speicherung anfangs kostenintensiver als die klassische Bestandsbewahrung von totem Baum ist, Kempf erwähnte Kostenfaktor von 1:8, so zeigen die Nutzungszahlen der Digitalisate, daß diese Kosten mehr als gerechtfertigt sind. Denn vorher war der Zugriff auf das gedruckte Exemplar schlicht nicht zu stemmen, von den Beschädigungen des Originals bei derart hohen Zugriffen nicht zu reden.
Wenn 2014 zB. knapp 3 Millionen Zugriffe auf die Digitalen Sammlungen der SLUB Dresden gezählt werden zeigt dies, wie sich der Zugriff auf die Digitalisate mittlerweile etabliert hat. Für Wissenschaftler und andere Interessierte ist es nicht mehr notwendig sich die Mühe zu machen monatelang in den Lesesälen von Archiven und Bibliotheken herumzutreiben. Sie können bequem über Internet recherchieren und direkt oder über Portale, wie die der Deutschen Digitalen Bibliothek oder Europeana auf zusammengehörige aber in Europa verstreute historische Materialien zugreifen.
Auch dies ein Vorteil, den Bibliotheken auf ihre Seite der Waagschale packen sollten.
Digital wird immer besser
Wie Kempf in seinem Vortrag gut dargestellt hat, sind digitale Medien als lebende Dokumente zu behandeln. Entweder man pflegt sie – oder sie sterben und dann dauerhaft und ohne Spuren zu hinterlassen.
Der Bereich der digitalen Langzeitarchivierung versucht, diese Daten so zu sichern, daß sie auf lange Sicht verfügbar gehalten werden können. Aber dies ist nur der eine Aspekt, vergleichbar mit modernen medizinischen Geräten, die zwar in der Lage sind, den menschlichen Körper warm zu halten und vor dem Verfall zu bewahren – nicht aber das Leben lebenswert machen (im eigentlichen Sinn)
Doch digitalen Dokumenten wohnt ein "Mehr" inne. Wie oben erwähnt, war der erste Schritt die Digitalisierung. Doch welche neuen Möglichkeiten ergeben sich, wenn man diese Scans weiter veredelt? Kommt anfangs eine OCR-Variante hinzu, kann man die Digitalisate nun volltext-durchsuchbar gestalten. Ist der Volltext vorhanden, kann man diesen Tiefenerschliessen. Aus dem Buch, welches über Jahrhunderte im Magazin schlummerte, wurde nun ein Bestseller, der die Geheimnisse seiner Zeit enthüllt. Von einem Buch zum anderen über die dort jeweils verknüpften Akteure, Orte oder Zeiten springen, oder breite statistische Untersuchungen über die Entwicklung der Sprache in bestimmten Regionen sind jetzt ganz neue Sachverhalte untersuchbar.
Data curation, aktives Managment des digitalen Bestandes und das Bewusstsein daß es sich um lebende Dokumente handelt, ist nach Kempf nunmehr vorrangige Aufgabe von (wissenschaftlichen) Bibliotheken.
Digital erfordert Qualität
Für mich bleibt daher als Fazit, es geht bei Digitalisierung nicht um Quantität, sondern um Qualität. Es nützt nichts *nur* zu Digitalisieren. Aus Digitalisierung folgt Langzeitarchivieren. Aus Langzeitarchivierung folgt Langzeitverfügbarkeit und aus Langzeitverfügbarkeit folgt Anreicherung. Und aus Anreicherung folgt Qualität. Und Qualität fängt bei der Quelle an.
Wenn ich schlecht scanne, reicht es nicht für gute OCR. Wenn ich keine gute OCR habe, reicht es nicht für gute Volltexte. Wenn ich keine guten Volltexte habe, reicht es nicht für eine Tiefenerschliessung. Wenn ich keine gute Tiefenerschliessung habe, kann ich Dokumente nicht gut anders verknüpfen…
Daher: Alles was wir aus der Digitalisierung bisher lernen konnten – es gibt immer neue Nutzungsmöglichkeiten, die sich aber erst manifestieren, wenn man den Möglichkeitenraum öffnet.
Bibliotheken sind in dem Sinne nicht mehr nur Bücherbewahrer sondern Datenveredler und sollten sich auch dazu bekennen.
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